| Aktuelles >> Landwirtschaft | Schultes zu GAP-Reform: Ökologie und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut bringen |
Mit Greening sollte die 1. Säule nicht unnötig verkompliziert werden
Nach der heutigen Präsentation der GAP- Legislativvorschläge durch EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos zog LK NÖ-Präsident Hermann Schultes ein erstes Resümee: "Immer mehr Bauern müssen immer mehr Menschen ernähren. Und von den Landwirten wird immer mehr verlangt, wie es die Kommissionsvorschläge zur GAP zeigen.
Wir begrüßen die zukünftige Ausrichtung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Ökologie, wie es Österreich schon lange vorzeigt. Mit dem 'Greening' in der ersten Säule würde eine Maßnahme geschaffen, die eine umweltschonende Landwirtschaft europaweit erzwingen soll. Die EU-Kommission sollte hier auf den praxiserprobten österreichischen Weg mit einem starken Umweltprogramm in der 2. Säule als Ergänzung zur 1. Säule einlenken, anstatt mit dem Greening die 1. Säule unnötig zu verkomplizieren. Der Umstieg zum Regionalmodell bei den Direktzahlungen der 1. Säule führt ohnedies zu deutlichen einzelbetrieblichen Veränderungen", so Schultes.
"Wir stehen jetzt am Anfang eines intensiven Diskussionsprozesses. Ein wesentlicher Teil der Einkommen der Landwirtschaft ist von den Leistungsabgeltungszahlungen im Rahmen der Marktordnung abhängig, ein Teil wird über den Markt erzielt. Wir müssen flexibel bleiben können, sonst wird es schwierig, unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft zu erhalten und auch für junge Menschen attraktiv zu halten. Daher ist es umso wichtiger, dass die GAP praktikable Regelungen und eine ordentliche budgetäre Ausstattung garantiert. Eine diesbezügliche Fixierung und Einigung zwischen den 27 Mitgliedstaaten ist derzeit in keinster Weise gegeben, und eine Teuerungsabgeltung wird seitens der Europäischen Kommission nicht vorgeschlagen", so Schultes.
Österreichs Vorreiterrolle in der GAP honorieren
Bei der Mittelverteilung in der 2. Säule, der LändlichenEntwicklung, seien - so wie in der 1. Säule - die Leistungen aus der laufenden Periode zu berücksichtigen. "Ziele für die kommenden Verhandlungen müssen ein starkes Umweltprogramm ÖPUL, die Erhaltung der Ausgleichszulage in den Benachteiligten Gebieten sowie eine effektive Jungübernehmerund Bildungsförderung sein. Dafür braucht es eine ordentliche Mittelausstattung im EUHaushalt. Bundeskanzler Werner Faymann ist hier gefordert", erklärte Schultes.
Flächenstilllegung widerspricht wettbewerbsfähiger Landwirtschaft
Im Rahmen des "Greenings" ist eine Flächenstilllegung von 7% geplant. Das sind in Österreich rund 100.000 ha, was das Produktionspotenzial der Landwirtschaft erheblich einschränken würde. "Das passt nicht zu einer wettbewerbsfähigen, die Versorgung sicherstellende Landwirtschaft. Eine undifferenzierte Stilllegung von Flächen bringt kaum einen ökologischen Nutzen, sondern wichtig wären Flächen, die wirklich der Biodiversität dienen. Von Bedeutung ist auch die Anrechnung von Flächen, auf denen nachhaltig Lebensund Futtermittel sowie erneuerbare Energie erzeugt und auf denen an wird", unterstrich der
LK-Präsident.
Zuletzt geändert am: 04-11-2011 um 12:04
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