Familie, Ausbildung und Jugend

Hermann Schultes wurde 1953 geboren. Die Großfamilie, die jüngere Schwester und ein kleines Dorf mit Freiheiten, wie sie heute kaum noch erlebt werden können, waren das prägende Lebensumfeld.

Sein Heimatdorf hatte damals noch viele Kinder und einen der ersten Landeskindergärten, den er gerne besuchte. Die Volksschule im Dorf war einklassig und trotzdem erstklassig und in jeder Hinsicht eine gute Vorbereitung auf die Hauptschule in Gänserndorf. Die HLBLA in Wieselburg, wo er 1972 mit Auszeichnung maturierte, das Francisco Josephinum als Internatsschule, die Klassenkollegen und Lehrerpersönlichkeiten begründeten ein aufgeschlossenes lebensfrohes und gemeinschaftsorientiertes Lebensbild.

Der unverheiratete Großonkel überschrieb ihm seinen landwirtschaftlichen Betrieb noch vor der Matura, so ist er seit 1972 selbstständiger Bauer in Zwerndorf. Weil im Dorf zuwenig los war, baute er mit anderen die „Junge ÖVP“ in Zwerndorf auf.

1976 heiratete er seine Freundin Veronika, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hat, baute Haus und stürzte sich mit Volldampf in die bäuerliche Arbeit. Heute umfasst seine Landwirtschaft an der March 78 Hektar Acker, 2,5 Hektar Wald und 2 Hektar Wiese. „Als die Kinder noch klein waren, war ich immer daheim, engagierte mich für Familie, Pfarre, Feuerwehr und Lagerhaus und auch für die Errichtung unserer Beregnungsgenossenschaft.“

 

Politische Anfänge

Politisch interessiert war er immer schon. Als die Au in Hainburg besetzt wurde, war das dritte Kind im Kommen. Der Einstieg ins öffentliche politische Leben kam mit der Auseinandersetzung um die Hainburger Au und das völlige Versagen der demokratischen Diskussion.

1987 schlug dann die Geburtsstunde des Distelvereins. Grundidee: Ökologie und Landwirtschaft sind keinen Themen, wo der Eine dem Anderen anschafft, was er zu tun hat, sondern eine gemeinsame Entwicklungsaufgabe, die nur im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten und der verfügbaren Arbeitskraft weiterentwickelt werden können.

Humuswirtschaft, die Winterbegrünung der Felder, Ökowertflächen als naturnahe Ergänzungslebensräume zwischen den Äckern, Bodenseminare, Wiesenverträge, Beweidungsprojekte mit dem Naturschutz waren die Themen. Ziel war es die heimische Tierwelt durch Nistplätze und gefährdete Pflanzen durch Schutzräume zu erhalten.

Nach nur einem Jahr gab es bereits ein 50 Kilometer langes Netz von Ökowertflächen. Aus Geldern von Bund und Land und vielen freiwilligen Spenden wurde den Bauern ihre Arbeitsleistung für die Pflege der freien Flächen abgegolten.

  

„Mit Hilfe des Distelvereins ist es gelungen, die Verantwortung für die Gestaltung der ländlichen Lebensräume in die öffentliche Diskussion zu bringen“, betonte Schultes. 1996 gab er die Obmannschaft im Distelverein weiter. Seit dem EU Beitritt 1995 war er Kammerrat in der NÖ Landeslandwirtschaftskammer, Aufgabengebiet Landwirtschaft, Naturschutz und Ökologie, eine Funktion in der bäuerlichen Interessensvertretung, die er bis zum Jahr 2000 ausgeübt hat.   

Hermann Schultes wurde Nationalratsabgeordneter und Landwirtschaftskammerpräsident in NÖ

Im September 2000 folgte er dann im Nationalratsmandat dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich Rudolf Schwarzböck. Von 2001 bis 2005 bekleidete Hermann Schultes die Funktion des Rübenbauernbundpräsidenten. Bei den Nationalratswahlen im November 2002 wurde Hermann Schultes im Wahlkreis Weinviertel als Nationalratsabgeordneter von den Wählerinnen und Wählern bestätigt.

Bei den Landwirtschaftskammerwahlen 2005 in Niederösterreich konnte der Bauernbund mit seinem Spitzenkanditaten, Hermann Schultes, ein fulminates Wahlergebniss mit über 90% der Wählerstimmen erzielen. Hermann Schultes wurde daraufhin zum Präsidenten der Niederösterreichischen Landwirtschaftkammer und zum Obmann des Niederösterreichischen Bauernbundes gewählt. Bei den Landwirtschaftskammerwahlen 2010 wurde Hermann Schultes mit wiederum über 90% der Wählerstimmen im Amt bestätigt.

Bei den Nationalratswahlen 2006 wurde Hermann Schultes im Wahlkreis Weinviertel neuerlich direkt als Nationalratsabgeordneter ins österreichische Parlament gewählt. Mit insgesamt 9.038 Vorzugsstimmen erreicht Hermann Schultes im Wahlkreis Weinviertel das beste Ergebnis aller zur Wahl stehenden Kandidaten.
Bei den vorgezogenen Nationalratswahlen 2008 wurde Hermann Schultes neuerlich im Wahlkreis Weinviertel direkt ins österreichische Parlament gewählt. Mit insgesamt 9.433 Vorzugsstimmen konnte neuerlich das beste Vorzugsstimmenergebnis im Wahlkreis Weinviertel erreicht werden. Österreichweit bedeutet dies das beste Vorzugsstimmenwahlergebnis im Vergleich zu allen noch aktiven, 2008 angetretenen ÖVP-Nationalratsabgeordneten auf Wahlkreisebene.

 

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